Die Mid-Parental-Methode (Tanner-Whitehouse) aus der Größe der Eltern, eine Wachstumsprognose aus der aktuellen Größe und die Verdopplungsregel — eine vollständige Erklärung, wann welche Methode am genauesten ist.
Ein Kindergrößenrechner schätzt die vorhergesagte Erwachsenengröße, die ein Kind voraussichtlich erreichen wird. Der gängigste und wissenschaftlich am besten fundierte Ansatz ist die Mid-Parental-Methode, basierend auf der Größe von Mutter und Vater. Sie wurde 1962 erstmals von James Tanner und Reginald Whitehouse beschrieben und gilt als Goldstandard in der pädiatrischen Endokrinologie, da etwa 70–80 % der Erwachsenengröße genetisch bedingt sind — die Größe der Eltern ist ein starkes Signal für das genetische Größenpotenzial eines Kindes.
Wie berechnet man die Größe eines Kindes aus der Größe der Eltern?
KurzantwortDie Mid-Parental-Formel unterscheidet sich je nach Geschlecht: für einen Jungen (Größe der Mutter + Größe des Vaters + 13 cm) ÷ 2; für ein Mädchen (Größe der Mutter + Größe des Vaters − 13 cm) ÷ 2. Addiere und subtrahiere etwa ±8,5 cm von diesem Wert, um den normalen Zielbereich zu erhalten, in dem das Kind höchstwahrscheinlich (≈95 %) landen wird.
- Die ±13-cm-Korrektur — sie wird angewendet, weil erwachsene Männer im Durchschnitt etwa 13 cm größer sind als erwachsene Frauen (manche Quellen drücken dies stattdessen als ±6,5 cm zum Durchschnitt aus; das Ergebnis ist dasselbe).
- Der ±8,5-cm-Zielbereich — die Vorhersage ist keine einzelne Zahl, sondern ein Bereich, der etwa 95 % Konfidenz darstellt.
- Mid-Parent-Größe — der Durchschnitt der Größe von Mutter und Vater, der die genetische Größen-„Mitte" der Familie darstellt.
Erwachsenengröße aus der aktuellen Größe vorhersagen
KurzantwortDas aktuelle Alter und die aktuelle Größe eines Kindes werden mit dem Median für dieses Alter auf einer durchschnittlichen Wachstumskurve (WHO/CDC) verglichen; dieses Verhältnis wird dann auf den Erwachsenenmedian skaliert, um die Erwachsenengröße zu prognostizieren. Ein Kind, das für sein Alter groß ist, bleibt tendenziell auch als Erwachsener groß, und umgekehrt. Diese Methode ist besonders nützlich ab etwa 4 Jahren und vor der Pubertät.
Der Tab „Aus aktueller Größe" projiziert die aktuelle Wachstumskurve eines Kindes in die Zukunft. Er geht davon aus, dass das Kind ungefähr auf demselben Wachstumskanal (Perzentilband) bleibt, auf dem es sich gerade befindet. Eine frühe oder späte Pubertät kann diese Prognose verschieben, daher wird sie am besten zusammen mit der Vorhersage aus der Elterngröße interpretiert.
Die Verdopplungsregel im Alter von 2 Jahren
KurzantwortEine bekannte Faustregel besagt, dass die Größe eines Kindes im Alter von 2 Jahren (18 Monate bei Mädchen), etwa verdoppelt, eine grobe Annäherung an die Erwachsenengröße liefert. Ein Junge, der mit 2 Jahren 89 cm groß ist, hat zum Beispiel eine vorhergesagte Erwachsenengröße von etwa 178 cm. Das ist einfach, hat aber eine große Fehlerspanne — nutze sie zusammen mit anderen Methoden, nicht allein.
Was beeinflusst die Größe eines Kindes? (Genetik + Umwelt)
KurzantwortDie Erwachsenengröße ist etwa 70–80 % genetisch bedingt; die restlichen 20–30 % werden durch die Umwelt geprägt. Die einflussreichsten Umweltfaktoren sind ausgewogene Ernährung (Eiweiß, Kalzium, Vitamin D), ausreichender, guter Schlaf (Wachstumshormon wird im Tiefschlaf freigesetzt), körperliche Aktivität und das Fehlen chronischer Erkrankungen. Auch eine frühe/späte Pubertät und hormonelle Probleme beeinflussen die endgültige Größe.