🧰 ToolPicoAlle Tools →

StartseiteBlog › Geburtstermin berechnen

Geburtstermin berechnen: Was hinter der Naegele-Regel steckt (und wann sie nicht passt)

Der erste Blick auf den Schwangerschaftstest wirft sofort die nächste Frage auf: Wann kommt das Baby? Die Antwort ist eine Schätzung, keine Zusage — aber sie lässt sich auf mehrere Arten berechnen, je nachdem welche Information man hat: die letzte Periode, das Zeugungsdatum, einen Ultraschallbefund oder ein IVF-Transferdatum.

Inhalt

Wie die Naegele-Regel funktioniert

Kurzantwort Der Geburtstermin lässt sich schätzen, indem man 280 Tage (40 Wochen) zum ersten Tag der letzten Periode addiert. Das ist die sogenannte Naegele-Regel — benannt nach dem Arzt, der sie im 19. Jahrhundert formulierte.

Die Regel geht rechnerisch so vor: Man zieht 3 Monate vom Datum der letzten Periode ab und zählt 7 Tage hinzu. Begann die letzte Periode zum Beispiel am 1. März, ergibt das rechnerisch den 8. Dezember als groben Richtwert — mit der reinen 280-Tage-Addition landet man etwas später bei rund dem 5. Dezember, je nach Monatslängen. Die kleinen Abweichungen zwischen den Rechenwegen sind normal, weil Monate unterschiedlich viele Tage haben.

Wichtig zu verstehen: Diese Berechnung setzt einen 28-Tage-Zyklus mit Eisprung an Tag 14 voraus. Ist der eigene Zyklus länger oder kürzer, verschiebt sich der tatsächliche Eisprung — und damit auch der realistische Geburtstermin. Ein Rechner, der die Zykluslänge als zweiten Eingabewert berücksichtigt, korrigiert dafür automatisch.

Nur etwa 5 % der Babys (Beispielwert, keine belastbare Statistik) kommen exakt am errechneten Geburtstermin zur Welt. Die meisten Geburten liegen in einem Fenster von etwa zwei Wochen davor bis zwei Wochen danach.

Vier Methoden, ein Rechner

Kurzantwort Der ToolPico-Geburtsterminrechner unterstützt vier Datierungsmethoden: letzte Periode (LMP), Zeugungsdatum, Ultraschallmessung und IVF-Embryotransfer — je nachdem, welches Datum am zuverlässigsten vorliegt.

Nicht jede Schwangerschaft lässt sich gleich gut über die letzte Periode datieren, etwa bei unregelmäßigem Zyklus oder wenn das Datum der letzten Periode nicht mehr genau erinnerlich ist. Deshalb bietet der Rechner Alternativen:

Übersicht der Berechnungsmethoden (Beispielwerte zur Veranschaulichung)
MethodeRechenwegTypischer Anwendungsfall
Letzte Periode (LMP)LMP + 280 TageRegelmäßiger Zyklus, Datum bekannt
ZeugungsdatumZeugung + 266 TageEisprung/Zeugung genau bekannt (z.B. Zykluscomputer)
UltraschallUntersuchungsdatum − gemessenes Alter + 280 TageUnregelmäßiger Zyklus, frühe Vorsorge
IVF-Transfer (Tag 5)Transfer + 261 TageKünstliche Befruchtung, Blastozystentransfer

Beispielrechnung: Angenommen, ein Ultraschall am 10. Januar zeigt ein Gestationsalter von 8 Wochen und 3 Tagen. Der Rechner zieht diese 59 Tage vom Untersuchungsdatum ab, um ein rechnerisches LMP-Datum zu ermitteln, und addiert anschließend 280 Tage darauf — das Ergebnis ist der geschätzte Geburtstermin. Dieser Weg gilt bei frühen Ultraschallmessungen oft als recht zuverlässig, weil das fötale Wachstum in den ersten Wochen wenig individuelle Streuung zeigt.

Schwangerschaftswoche, Trimester und Baby-Größe

Kurzantwort Die aktuelle Schwangerschaftswoche (SSW) ergibt sich aus den vergangenen Tagen seit der letzten Periode, geteilt durch 7. Eine volle Schwangerschaft umfasst 40 SSW, aufgeteilt in drei Trimester.

Neben dem reinen Geburtstermin zeigt der Rechner die laufende SSW, das aktuelle Trimester und einen wochenweisen Überblick zur ungefähren Größe des Babys zwischen SSW 4 und 40 — nützlich, um den Entwicklungsstand grob einzuordnen, ohne dafür jede Woche selbst nachzurechnen. Ein Fortschrittsbalken und eine Countdown-Anzeige bis zum errechneten Termin geben zusätzlich eine visuelle Orientierung.

Gestationsalter vs. fötales AlterDas Gestationsalter zählt ab der letzten Periode, das fötale Alter ab der tatsächlichen Zeugung — meist etwa zwei Wochen später. Bei SSW 12 (Gestationsalter) liegt das tatsächliche Entwicklungsalter des Embryos eher bei rund 10 Wochen.

Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland zeigt der Rechner zusätzlich eine Orientierung zu Beginn und Ende der Mutterschutzfrist nach dem deutschen Mutterschutzgesetz, inklusive einer verlängerten Frist bei Zwillingen oder Mehrlingen.

Zwillinge und Mehrlinge: Was sich ändert

Kurzantwort Bei Zwillingen oder Mehrlingen liegt der tatsächliche Geburtstermin im Schnitt früher als bei einer Einlingsschwangerschaft — der Rechner blendet dazu einen angepassten Hinweis und die verlängerte Mutterschutzfrist ein.

Über einen Umschalter im Rechner lässt sich der Mehrlings-Modus aktivieren. Die Grundformel (z.B. Naegele-Regel) bleibt gleich, doch der Hinweistext macht deutlich, dass Mehrlingsschwangerschaften statistisch häufiger vor dem errechneten Termin enden — ein Punkt, den man mit der betreuenden Ärztin oder dem Arzt besprechen sollte, da hier individuelle medizinische Einschätzung entscheidend ist.

Alle vier Methoden live ausprobieren, inklusive SSW-Tracker, Trimester-Fortschritt und Mutterschutz-Hinweis.

Rechner jetzt öffnen →

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich, in welcher Schwangerschaftswoche ich bin?
Antwort: Dein Gestationsalter ist die Anzahl der Tage seit dem ersten Tag deiner letzten Periode (LMP), geteilt durch 7. Sind zum Beispiel 84 Tage seit deiner LMP vergangen, bist du in der 12. Schwangerschaftswoche und 0 Tage. Da die Schwangerschaft ab der letzten Periode und nicht ab der Empfängnis gezählt wird, bist du in den ersten beiden Wochen streng genommen noch nicht schwanger.
Wie wird ein Geburtstermin berechnet?
Antwort: Die gebräuchlichste Methode ist die Naegele-Regel: Addiere 280 Tage (40 Wochen) zum ersten Tag deiner letzten Periode (LMP) — das entspricht dem Abziehen von 3 Monaten und Hinzuzählen von 7 Tagen. Der Rechner kann den Geburtstermin auch aus einem Zeugungsdatum, einer Ultraschallmessung oder einem IVF-Embryotransfer-Datum berechnen.
Wie viele Monate sind 20 Schwangerschaftswochen?
Antwort: 20 Schwangerschaftswochen entsprechen etwa 5 Monaten. Eine Schwangerschaft dauert insgesamt 40 Wochen bzw. 9 Monate, aber nicht jeder Monat hat genau 4 Wochen. Nach der üblichen Zuordnung fällt SSW 12 in Monat 3, SSW 20 in Monat 5, SSW 28 in Monat 7, und die SSW 36 bis 40 fallen in Monat 9.
Wie wird der Geburtstermin nach einer IVF berechnet?
Antwort: Nach einer IVF wird der Geburtstermin ab dem Embryotransfer-Datum berechnet. Bei einem Transfer an Tag 3 (Furchungsstadium) ergibt sich der geschätzte Geburtstermin aus Transferdatum plus 263 Tage; bei einem Transfer an Tag 5 (Blastozyste) aus Transferdatum plus 261 Tage. Der Unterschied von 2 Tagen spiegelt das Alter des Embryos zum Zeitpunkt des Transfers wider.
Was ist der Unterschied zwischen Gestationsalter und fötalem Alter?
Antwort: Das Gestationsalter wird ab dem ersten Tag deiner letzten Periode gezählt, während das fötale (Konzeptions-)Alter ab dem geschätzten Zeugungsdatum gezählt wird — meist etwa 2 Wochen später. Bei einem Gestationsalter von 12 Wochen liegt das tatsächliche Entwicklungsalter deines Babys also eher bei 10 Wochen.
Speichert der Geburtsterminrechner meine Daten?
Antwort: Nein. Alle Berechnungen laufen vollständig im Browser ab — die eingegebenen Daten werden niemals an einen Server gesendet. Nur wenn man auf „Link kopieren” tippt, werden die Eingaben in eine URL kodiert und dadurch teilbar.

Weiterführende Ratgeber

Methodik & Hinweis: Alle genannten Zahlen (z.B. Transfer-Tage-Formeln, Trimester-Grenzen) folgen gängigen geburtshilflichen Faustregeln, sind aber vereinfachte Schätzungen und keine medizinische Diagnose. Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Hebamme.