Du sitzt vor x²−5x+6=0 (oder einer ähnlichen Aufgabe) und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Diese Anleitung zeigt dir in klaren Schritten, wie du die Diskriminante berechnest, welche Formel wann greift, und wie du dein Ergebnis selbst überprüfst — inklusive einer durchgerechneten Beispielaufgabe.
Schritt 1: Die Diskriminante berechnen
KurzantwortBringe die Gleichung auf die Form ax²+bx+c=0, lies a, b, c ab und berechne Δ=b²−4ac. Das Vorzeichen von Δ sagt dir sofort, wie viele Lösungen es gibt, noch bevor du die Wurzel ziehst.
Die Diskriminante ist der Teil unter der Wurzel in der Mitternachtsformel. Sie entscheidet über die Art der Nullstellen: Ist Δ größer als null, gibt es zwei verschiedene reelle Nullstellen; ist Δ gleich null, gibt es genau eine (doppelte) Nullstelle; ist Δ kleiner als null, gibt es keine reellen, sondern zwei komplexe Nullstellen. Viele Fehler beim Lösen quadratischer Gleichungen entstehen, weil dieser erste Schritt übersprungen wird — wer Δ zuerst berechnet, weiß schon vorher, ob am Ende eine „glatte” Zahl oder eine Wurzel herauskommen sollte.
Merke: Δ>0 → zwei reelle Nullstellen · Δ=0 → eine doppelte Nullstelle · Δ<0 → zwei komplexe Nullstellen (a+bi).
Schritt 2: Die Mitternachtsformel richtig anwenden
KurzantwortSetze a, b und die berechnete Diskriminante in x=(−b±√Δ)/2a ein. Das Plus-Minus-Zeichen liefert dir automatisch beide Nullstellen in einem Rechenschritt.
p-q-Formel als Alternative: Ist a bereits 1 (Gleichung in der Form x²+px+q=0), kannst du stattdessen x=−p/2±√((p/2)²−q) verwenden. Ist a≠1, teile zuerst die ganze Gleichung durch a — danach führt beide Formeln zum identischen Ergebnis.
Ein häufiger Stolperstein ist das Vorzeichen von b: Steht in der Gleichung „−5x”, ist b=−5, und in der Formel wird daraus „−(−5)” = +5. Genau an dieser Stelle hilft es, die Koeffizienten zunächst sauber zu notieren, bevor man einsetzt — oder ein Tool die Zwischenschritte anzeigen zu lassen.
Beispielrechnung: x²−5x+6=0
Als durchgängiges Beispiel nehmen wir die Gleichung x²−5x+6=0, also a=1, b=−5, c=6. Die folgende Tabelle zeigt die Zwischenschritte:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
| Diskriminante | Δ=(−5)²−4·1·6 | Δ=1 |
| Wurzel aus Δ | √1 | 1 |
| Nullstelle x1 | (5+1)/2 | x1=3 |
| Nullstelle x2 | (5−1)/2 | x2=2 |
| Vieta-Probe | x1+x2=5=−b/a; x1·x2=6=c/a | stimmt |
Diese Zahlen sind ein Beispiel zur Veranschaulichung des Rechenwegs, kein universelles Ergebnis — jede Gleichung mit anderen Koeffizienten a, b, c liefert andere Nullstellen. Wichtig ist die letzte Zeile: Mit den Vieta'schen Formeln lässt sich jedes Ergebnis in Sekunden gegenprüfen, ohne die Rechnung noch einmal komplett zu wiederholen.
Schritt 3: Scheitelpunkt und Parabelform verstehen
KurzantwortDer Scheitelpunkt liegt bei x₀=−b/(2a) und y₀=c−b²/(4a). Bei unserem Beispiel ergibt das x₀=2,5 und y₀=−0,25 — den tiefsten Punkt der Parabel, da a=1>0 ist.
Der Scheitelpunkt zeigt dir, wo die Parabel ihr Minimum oder Maximum hat, und die Symmetrieachse x=x₀ halbiert die Kurve. Das ist besonders praktisch, wenn du keine Nullstellen brauchst, sondern zum Beispiel den optimalen Wert einer Größe suchst, die sich quadratisch verhält — etwa bei einfachen Optimierungsaufgaben in der Schule oder beim Skizzieren eines Funktionsgraphen.
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Häufig gestellte Fragen
Wie löst man eine quadratische Gleichung Schritt für Schritt?
Bringe die Gleichung zunächst in die Form ax²+bx+c=0 und lies a, b, c ab. Berechne dann die Diskriminante Δ=b²−4ac. Wende anschließend die Mitternachtsformel x=(−b±√Δ)/2a an: Bei Δ>0 erhältst du zwei verschiedene reelle Nullstellen, bei Δ=0 eine doppelte Nullstelle, bei Δ<0 zwei komplexe Nullstellen. Prüfe das Ergebnis zum Schluss mit den Vieta'schen Formeln (x1+x2=−b/a, x1·x2=c/a).
Was bedeutet es, wenn die Diskriminante negativ ist?
Ist Δ<0, hat die Gleichung keine reellen Nullstellen — die Parabel schneidet die x-Achse nirgendwo. Die beiden Lösungen sind dann konjugiert komplexe Zahlen der Form x=p+qi und x=p−qi. Für rein reelle Anwendungen (z. B. Nullstellen im Koordinatensystem ablesen) bedeutet Δ<0 in der Praxis: keine Schnittpunkte mit der x-Achse vorhanden.
Was ist der Unterschied zwischen Mitternachtsformel und p-q-Formel?
Beide lösen dieselbe Gleichung und liefern dasselbe Ergebnis, unterscheiden sich aber in der Ausgangsform. Die Mitternachtsformel x=(−b±√(b²−4ac))/2a arbeitet direkt mit a, b, c aus ax²+bx+c=0. Die p-q-Formel setzt voraus, dass a=1 ist (Gleichung x²+px+q=0) und lautet x=−p/2±√((p/2)²−q). Ist a≠1, muss man vor der p-q-Formel zunächst durch a teilen.
Wie berechnet man den Scheitelpunkt einer Parabel aus a, b und c?
Für y=ax²+bx+c liegt der Scheitelpunkt bei x₀=−b/(2a) und y₀=c−b²/(4a) (gleichbedeutend mit −Δ/4a). Ist a>0, ist das der tiefste Punkt der Parabel (Minimum), ist a<0, der höchste Punkt (Maximum). Die Symmetrieachse der Parabel ist die senkrechte Gerade x=x₀.
Kann ich eine Gleichung lösen, ohne sie erst in a, b, c umzuformen?
Ja. Im ToolPico-Rechner kannst du eine frei formulierte Gleichung wie x²=5x−6 oder 2x²+3x=2 direkt in das Feld „Gleichung einfügen” eingeben und auf „Parsen” klicken — das Tool bringt beide Seiten automatisch auf die Form ax²+bx+c=0 und löst sie anschließend.
Methodik & Hinweis: Die in diesem Artikel gezeigten Zahlen (x²−5x+6=0) dienen als Beispiel zur Veranschaulichung des Rechenwegs und sind keine allgemeingültige Regel für jede Gleichung. Die verwendeten Formeln (Diskriminante, Mitternachtsformel, Vieta'sche Formeln, Scheitelpunktformel) sind Standardergebnisse der Schulalgebra und ändern sich nicht mit der Zeit. Dieser Artikel dient ausschließlich der Bildung und ersetzt keinen Mathematikunterricht.