Ein Relaunch bedeutet fast immer: neue Seitenstruktur, neue Titel, neue URLs – und damit das Risiko, dass Hunderte alte Links plötzlich ins Leere laufen. Statt Slugs erst live im neuen CMS zu erzeugen, lohnt es sich, sie vorher offline durchzuplanen. So findest du Duplikate und zu lange URLs, bevor überhaupt eine Zeile Code live geht.
Warum Slugs vor dem Relaunch planen, nicht danach?
KurzantwortWird ein Slug nach dem Livegang eines Relaunches nachträglich geändert, ist die alte Adresse sofort ungültig. Ohne vorbereitete 301-Weiterleitung führt das zu 404-Fehlern bei alten Backlinks, gespeicherten Lesezeichen und bereits indexierten Suchergebnissen.
Bei einem einzelnen Blogartikel ist eine falsch geschriebene URL ärgerlich, aber schnell behoben. Bei einem kompletten Relaunch mit Dutzenden oder Hunderten Seiten wird derselbe Fehler dagegen schnell zu einem echten Projekt: Jede geänderte Struktur, jeder neu formulierte Titel kann zu einem anderen Slug führen als vorher. Ein angenommenes Beispiel: Ein Online-Magazin mit 40 Artikeln benennt beim Relaunch alle Kategorien um – ohne vorherige Planung entstehen dabei leicht ein paar Dutzend neue Slugs, die zufällig mit bereits vorhandenen kollidieren.
Der Slug-Generator lässt sich genau für diesen Schritt zweckentfremden: als Offline-Planungswerkzeug, bevor irgendetwas im echten CMS angelegt wird.
Die komplette Seitenstruktur im Bulk-Modus testen
KurzantwortTrage im Bulk-Reiter alle geplanten neuen Seitentitel ein, einen pro Zeile, und lass sie in einem Durchgang in Slugs umwandeln. Ergebnisse mit angehängter Nummer (-2, -3) zeigen sofort, welche Titel zu ähnlich formuliert sind.
Statt jede neue Seite einzeln im CMS anzulegen und erst dabei zu merken, dass zwei Slugs kollidieren, lohnt sich ein Trockentest: Kopiere die komplette Liste der geplanten neuen Seitentitel – aus einer Sitemap-Planung, einer Tabellenkalkulation oder einem Redaktionsplan – in den Bulk-Reiter und lass sie umwandeln.
Praxisbeispiel (angenommen): Eine Redaktion plant zwei ähnliche Ratgeber, „Steuererklärung 2026 – Schritt für Schritt“ und „Steuererklärung 2026: Der komplette Leitfaden“. Beide würden ohne Anpassung zu nahezu demselben Slug führen. Der Bulk-Modus macht daraus automatisch steuererklaerung-2026-schritt-fuer-schritt und steuererklaerung-2026-schritt-fuer-schritt-2 – ein klares Signal, einen der beiden Titel eindeutiger zu formulieren, statt sich dauerhaft auf die angehängte Zahl zu verlassen.
Die Ergebnisliste lässt sich anschließend als TXT-Datei oder als CSV mit den Spalten „Titel” und „Slug” herunterladen – praktisch, um sie an eine Entwicklungs- oder Redaktionsagenda anzuhängen, bevor die eigentliche Migration beginnt.
Alte URLs auswerten: Aus-URL- und Umkehr-Modus
KurzantwortDer Reiter „Aus URL” extrahiert automatisch das letzte Segment einer vollständigen alten Adresse und bereinigt es neu. Der Umkehr-Modus geht den entgegengesetzten Weg: Er nimmt einen vorhandenen Slug und erzeugt daraus eine lesbare Vermutung des ursprünglichen Titels.
Bei einer Migration liegt oft eine lange Liste alter URLs vor – etwa aus einem Server-Log oder einer alten Sitemap – aber nicht immer der ursprüngliche, sauber formatierte Seitentitel. Zwei Wege helfen hier weiter: Füge im Reiter „Aus URL” die komplette alte Adresse ein; das Tool trennt Protokoll, Domain und Pfad ab, entfernt eine eventuelle Dateiendung wie .html und wendet die aktuellen Trennzeichen-Einstellungen neu an. So entsteht aus einer inkonsistent gewachsenen alten URL wieder ein sauberer, einheitlicher Slug.
Fehlt dagegen der ursprüngliche Titel komplett und es liegt nur der alte Slug selbst vor, hilft der Umkehr-Modus: Er setzt Wortgrenzen und Großschreibung testweise wieder ein und liefert eine lesbare Annäherung an den möglichen Originaltitel. Das Ergebnis ist ausdrücklich eine Vermutung – nützlich, um beim Sichten vieler alter Adressen schnell eine Orientierung zu bekommen, aber kein Ersatz dafür, im Zweifel den tatsächlichen Artikeltext zu prüfen.
Praktischer Ablauf: alte URL → Reiter „Aus URL” → neuer Slug notieren → in eine Redirect-Tabelle (alte URL, neue URL) eintragen → erst danach die 301-Weiterleitungsregel im Server oder CMS anlegen.
Konsistente Länge für die Redirect-Tabelle
KurzantwortLege im Feld „Maximale Länge” einen festen Wert für das gesamte Migrationsprojekt fest, etwa 60 Zeichen. Das Tool kürzt dabei immer an einer Wortgrenze, nie mitten im Wort, damit alle neuen Slugs einheitlich wirken.
Bei einer einzelnen Seite ist die Slug-Länge meist zweitrangig. Bei einer Migration mit vielen Seiten auf einmal zahlt sich Konsistenz aber aus: Wenn alte Titel unterschiedlich lang waren, aber alle neuen Slugs derselben Längenregel folgen, wirkt die neue URL-Struktur aufgeräumt und lässt sich leichter in einer Tabelle oder einem Redirect-Skript weiterverarbeiten.
| Situation | Empfehlung |
| Viele sehr lange alte Titel | Maximale Länge auf ca. 60 Zeichen setzen, Kürzung an Wortgrenze prüfen |
| Ähnliche Titel in derselben Rubrik | Im Bulk-Modus testen, ob -2/-3 auftaucht, dann Titel eindeutiger formulieren |
| Nur alte Slugs ohne Originaltitel vorhanden | Umkehr-Modus zur groben Orientierung nutzen, Text danach manuell prüfen |
Optional lassen sich zusätzlich Stopwörter und Zahlen aus allen Slugs eines Migrationsprojekts entfernen, wenn eine besonders kompakte, einheitliche URL-Struktur gewünscht ist – wichtig ist vor allem, dieselben Einstellungen für die gesamte Liste beizubehalten, damit das Ergebnis konsistent bleibt.
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Häufig gestellte Fragen
Ändert sich meine URL automatisch, wenn ich den Seitentitel ändere?
Das hängt vom CMS ab: Bei den meisten Systemen wird der Slug beim Erstellen einer Seite einmalig aus dem Titel erzeugt und danach nicht automatisch aktualisiert, wenn der Titel später geändert wird. Willst du den Slug bewusst anpassen, musst du ihn in der Regel manuell im Permalink-Feld bearbeiten – und solltest dabei sofort eine Weiterleitung von der alten Adresse einrichten.
Wie finde ich vor einem Relaunch heraus, welche neuen Slugs miteinander kollidieren?
Liste alle geplanten neuen Seitentitel im Bulk-Reiter auf, einen pro Zeile, und lass sie in Slugs umwandeln. Führen zwei unterschiedliche Titel zum selben Slug, hängt das Tool automatisch -2, -3 usw. an – das ist ein guter Hinweis darauf, dass zwei Titel inhaltlich zu ähnlich sind und vor dem Launch vielleicht eindeutiger benannt werden sollten, statt sich auf die automatische Nummerierung zu verlassen.
Wie erzeuge ich aus alten URLs eine Liste für eine Redirect-Tabelle?
Im Reiter „Aus URL” kannst du eine vollständige alte Adresse einfügen; das Tool extrahiert automatisch das letzte Segment, trennt eine eventuelle Dateiendung wie .html ab und bereinigt es mit den aktuellen Trennzeichen-Einstellungen neu. So lässt sich Schritt für Schritt eine Tabelle aus alter URL, bereinigtem Slug und geplanter neuer URL aufbauen, bevor die Weiterleitungsregeln im Server oder CMS eingetragen werden.
Was mache ich, wenn ich nur noch die alte URL habe, aber nicht mehr weiß, worum es in dem Artikel ging?
Der Umkehr-Modus des Tools nimmt einen vorhandenen Slug und setzt Wortgrenzen und Großschreibung wieder ein, um eine lesbare Vermutung des ursprünglichen Titels zu erzeugen. Das ist ein Einbahnstraßen-Prozess und liefert nur eine Annäherung – nützlich, um beim Sichten hunderter alter URLs schnell eine Orientierung zu bekommen, ersetzt aber nicht das Nachsehen im ursprünglichen Content, falls der genaue Wortlaut wichtig ist.
Sollte ich beim Relaunch eine maximale Slug-Länge festlegen?
Sinnvoll ist das vor allem, wenn viele alte Titel sehr lang waren oder das neue System eine harte Zeichenbegrenzung hat. Lege im Feld „Maximale Länge” einen Wert fest, etwa 60 Zeichen; das Tool kürzt dann an einer Wortgrenze statt mitten im Wort. So bleiben alle neu erzeugten Slugs einer Migration konsistent lang, was auch beim späteren Anlegen der Redirect-Tabelle die Übersicht erleichtert.
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Methodik: Die Beispiele und Beispielszenarien in diesem Artikel sind ausdrücklich angenommen und dienen ausschließlich der Veranschaulichung, nicht als exakte Ausgabe eines bestimmten Projekts oder Systems. Dieser Artikel ist ein allgemeiner Ratgeber und ersetzt keine individuelle technische Beratung zu Website-Migrationen, Redirect-Konfiguration oder SEO.