Zwei Rabatte auf einen Artikel klingen nach einfacher Addition — 20% plus 30% müssten doch 50% ergeben. Tun sie aber nicht. Wer das falsch rechnet, überschätzt seine Ersparnis regelmäßig um mehrere Prozentpunkte. Hier ist die richtige Rechnung, mit Beispielen zum Nachvollziehen.
Warum 20% + 30% Rabatt gestaffelt nicht 50% ergeben
Kurzantwort Ein 20%-Rabatt gefolgt von einem 30%-Rabatt, nacheinander angewendet, ergibt nicht 50% — sondern 1 − (1−0,20)×(1−0,30) = 1 − 0,80×0,70 = 44%. Die Reihenfolge ändert das Ergebnis nicht: 20% dann 30% führt zum selben 44%-Gegenwert wie 30% dann 20%.
Der Denkfehler entsteht, weil man beide Prozentsätze gedanklich addiert. Tatsächlich wirkt jeder weitere Rabatt aber nicht auf den ursprünglichen Preis, sondern auf den Preis, der nach dem vorherigen Rabatt bereits reduziert wurde. Der zweite Rabatt "verliert" dadurch an absoluter Wirkung, weil er auf eine kleinere Grundlage angewendet wird.
Formel: Endpreis = Preis × (1 − Satz₁/100) × (1 − Satz₂/100) × ... Jeder weitere Faktor wird einfach multipliziert, nie addiert.
Ein Beispiel (angenommene Zahlen, rein rechnerisch): Ein Artikel kostet 1.000 €. Zuerst wird er um 20% reduziert, das ergibt 800 €. Anschließend kommen weitere 30% Rabatt auf diese 800 € — also 240 € Nachlass, nicht 300 €. Der Endpreis liegt bei 560 €, was einem Gesamtrabatt von 44% entspricht, nicht 50%.
Beispielhafte Staffelung eines 1.000-€-Artikels (angenommene Werte)
| Schritt | Rabatt | Preis danach |
| Ausgangspreis | — | 1.000,00 € |
| Nach 1. Rabatt | 20% | 800,00 € |
| Nach 2. Rabatt | 30% auf 800 € | 560,00 € |
Die Reihenfolge der Rabatte spielt für das Endergebnis keine Rolle — 30% zuerst und dann 20% führen mathematisch zum selben Ergebnis wie 20% zuerst und dann 30%. Genau diese Art von Berechnung übernimmt der Modus "Gestaffelter Rabatt" im Rechner automatisch, inklusive beliebig vieler aufeinanderfolgender Rabattstufen.
Verkaufspreis aus Preis und Rabatt in Prozent berechnen
Kurzantwort Reduzierter Preis = Preis × (1 − Rabattsatz ÷ 100). Ein Artikel für 500 € mit 15% Rabatt kostet demnach 500 × 0,85 = 425 €, eine Ersparnis von 75 €.
Das ist der Grundfall, den der Tab "Preis + %" abdeckt: Preis eingeben, Rabattsatz eingeben, fertig. Alternativ lässt sich statt eines Prozentsatzes auch ein fester Euro-Betrag abziehen — praktisch, wenn ein Gutschein oder Guthaben in Euro statt in Prozent angegeben ist.
Wer stattdessen den alten und den neuen Preis kennt und wissen möchte, welcher Rabattsatz tatsächlich gewährt wurde, nutzt den Modus "Alt → Neu": Satz (%) = ((Alter Preis − Neuer Preis) ÷ Alter Preis) × 100. Ein Artikel, der von angenommenen 800 € auf 600 € fällt, hat rechnerisch einen Rabattsatz von 25%.
Ursprungspreis aus dem Verkaufspreis zurückrechnen
Kurzantwort Ursprungspreis = Verkaufspreis ÷ (1 − Rabattsatz ÷ 100). Ein Artikel im Angebot für 750 € bei 25% Rabatt hatte demnach einen Ursprungspreis von 750 ÷ 0,75 = 1.000 €.
Dieser Fall kommt häufiger vor, als man denkt: Ein Preisschild zeigt nur den reduzierten Preis und den Rabattsatz, aber nicht mehr den Originalpreis — etwa weil das Etikett überklebt wurde. Der Modus "Verkauf → Original" im Rechner löst genau das, indem er die Division statt der Multiplikation anwendet.
Wichtig: Rückwärtsrechnung ist keine einfache Umkehrung der Multiplikation mit demselben Faktor — man teilt durch (1 − Satz/100), man multipliziert nicht mit (1 + Satz/100). Bei 25% Rabatt ist der Rückrechnungsfaktor 1 ÷ 0,75 ≈ 1,333, nicht 1,25.
Wer BOGO-artige Aktionen ("zweiter Artikel X% reduziert") einordnen will: Bei zwei gleich teuren Artikeln entspricht eine "zweiter Artikel 50% reduziert"-Aktion rechnerisch 25% Rabatt auf den gesamten Einkauf, weil sich der Nachlass nur auf einen von zwei Artikeln verteilt.
Gesamtrabatt für einen Warenkorb mit mehreren Artikeln
Kurzantwort Jeder Artikel wird einzeln reduziert und die Ergebnisse werden addiert. Der effektive Rabattsatz des Warenkorbs ist die Gesamtersparnis geteilt durch den gesamten Normalpreis — bei unterschiedlichen Einzelsätzen weicht das oft vom einfachen Durchschnitt ab.
Der Rechner bietet dafür einen eigenen Warenkorb-Bereich: Artikelname, Preis und individueller Rabattsatz je Zeile, beliebig viele Zeilen. Am Ende steht die Gesamtersparnis über alle Artikel sowie der effektive (gewichtete) Rabattsatz des kompletten Einkaufs — nützlich, wenn im Warenkorb Artikel mit unterschiedlichen Rabattstufen liegen.
Zusätzlich lässt sich im Rechner die Mehrwertsteuer berücksichtigen: Ein Preis gilt meist brutto (inklusive MwSt.), der Rabatt wirkt direkt auf diesen Bruttobetrag. Wer den Nettobetrag braucht, teilt den reduzierten Preis durch (1 + MwSt.-Satz ÷ 100) — bei angenommenen 240 € brutto und 20% MwSt. ergibt das netto 200 €.
Praxisszenario (Beispielrechnung, keine echte Aktion): Ein Warenkorb enthält drei Artikel zu 40 €, 60 € und 100 € mit Rabatten von 10%, 20% bzw. 30%. Einzeln reduziert ergeben sich 36 €, 48 € und 70 € — zusammen 154 € statt 200 €, also eine Gesamtersparnis von 46 € bzw. rund 23% effektivem Rabatt auf den ganzen Warenkorb, obwohl kein Einzelsatz bei 23% liegt.
Berechne Verkaufspreis, gestaffelte Rabatte, Rückwärtsrechnung und Warenkorb-Gesamtrabatt direkt im Tool.
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Häufig gestellte Fragen
Was ergeben 20% und 30% Rabatt zusammen, wenn sie gestaffelt werden?
Antwort: Ein 20%-Rabatt gefolgt von einem 30%-Rabatt, nacheinander angewendet, ergibt nicht 50% — sondern 1 − (1−0,20)×(1−0,30) = 1 − 0,80×0,70 = 44%. Die Reihenfolge ändert das Ergebnis nicht: 20% dann 30% ergibt denselben 44%-Gegenwert wie 30% dann 20%.
Wie berechnet man einen reduzierten (Verkaufs-)Preis?
Antwort: Ein reduzierter Preis ergibt sich, indem man den ursprünglichen Preis mit (1 − Rabattsatz ÷ 100) multipliziert: Reduzierter Preis = Preis × (1 − Rabattsatz ÷ 100). Beispiel: Ein Artikel für 500 € mit 15% Rabatt kostet 500 × 0,85 = 425 €, eine Ersparnis von 75 €.
Wie findet man den ursprünglichen Preis aus einem Verkaufspreis?
Antwort: Kennt man den Verkaufspreis und den angewendeten Rabattsatz, ergibt sich der ursprüngliche Preis mit: Ursprungspreis = Verkaufspreis ÷ (1 − Rabattsatz ÷ 100). Beispiel: Ein Artikel im Angebot für 750 € bei 25% Rabatt hatte einen ursprünglichen Preis von 750 ÷ 0,75 = 1.000 €.
Wie berechnet man den Gesamtrabatt für einen Warenkorb mit mehreren Artikeln?
Antwort: Bei mehreren Artikeln im Warenkorb wird der reduzierte Preis jedes Artikels einzeln berechnet und anschließend zum Warenkorb-Gesamtbetrag addiert. Der durchschnittliche (effektive) Rabattsatz des Warenkorbs ist die Gesamtersparnis geteilt durch den gesamten Normalpreis — bei unterschiedlichen Rabattsätzen kann dies vom einfachen Durchschnitt der Einzelsätze abweichen.
Wie hoch ist der reale Rabattsatz bei einem "X kaufen, Y bezahlen"-Angebot?
Antwort: Der reale Rabattsatz bei einem "X kaufen, Y bezahlen"-Angebot (z. B. 3 kaufen, 2 bezahlen) ergibt sich mit (1 − bezahlte Menge ÷ gekaufte Menge) × 100. Beispiel: "3 kaufen, 2 bezahlen" entspricht (1 − 2/3) × 100 ≈ 33,3% Rabatt, und "2 kaufen, 1 bezahlen" entspricht 50% Rabatt.
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Methodik & Hinweis: Alle Zahlenbeispiele in diesem Artikel sind rein rechnerische, angenommene Beispiele zur Veranschaulichung der Formeln — keine Angaben zu echten Aktionen oder Angeboten. Die zugrunde liegende Mathematik entspricht der im Rabattrechner verwendeten Standardformel (Preis × (1 − Rabatt ÷ 100), gestaffelt als Produkt mehrerer Faktoren). Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Kaufberatung; prüfe die genauen Aktionsbedingungen stets direkt beim Verkäufer.