🧰 ToolPicoAlle Tools →

StartseiteBlog › Zinsen jährlich ausgezahlt statt wiederangelegt

Zinsen jährlich ausgezahlt statt wiederangelegt: Was das für dein Festgeld bedeutet

Beim Abschluss eines Festgeldkontos taucht oft eine unscheinbare Option auf: Sollen die Zinsen jährlich ausgezahlt werden, oder bleiben sie im Konto und werden automatisch mit wiederangelegt? Die Wahl wirkt nebensächlich, verändert aber über mehrere Jahre den tatsächlichen Endbetrag.

Inhalt

Zwei Varianten, ein Konto: Auszahlung oder Wiederanlage der Zinsen

Kurz beantwortetBei jährlicher Auszahlung fließen die Zinsen am Jahresende auf ein separates Konto ab, das Festgeldkapital bleibt konstant. Bei Wiederanlage bleiben die Zinsen im Festgeldkonto und werden im Folgejahr selbst mitverzinst.

Viele Banken bieten bei mehrjährigem Festgeld die Wahl zwischen zwei Auszahlungsmodellen an. Im ersten Fall werden die jährlich anfallenden Zinsen ausgezahlt, sodass du regelmäßig über einen festen Betrag verfügen kannst, während das ursprüngliche Kapital über die gesamte Laufzeit unverändert bleibt. Im zweiten Fall verbleiben die Zinsen im Konto, erhöhen dort das verzinste Kapital, und der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass jedes weitere Jahr auf eine etwas größere Basis aufsetzt.

Der ToolPico Festgeldrechner in seiner aktuellen Form berechnet den Zinsertrag und Effektivzins für eine Laufzeit als Ganzes; eine Jahr-für-Jahr-Aufschlüsselung mit Umschalter zwischen „ausgezahlt” und „wiederangelegt” ist eine denkbare Erweiterung für mehrjährige Festgeldverträge. Bis dahin lässt sich der Unterschied auch von Hand nachvollziehen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Ein durchgerechnetes Beispiel über drei Jahre

Kurz beantwortetBei 10.000 € und einem angenommenen Effektivzins von 4,00 % über drei Jahre ergibt Wiederanlage rund 1.248 € Gesamtzinsen, während Auszahlung ohne Wiederanlage der einzelnen Zinsbeträge auf exakt 1.200 € kommt — ein Beispielwert, keine Anlageberatung.

Nimm an, du legst 10.000 € für drei Jahre zu einem angenommenen Effektivzins von 4,00 % an und lässt der Einfachheit halber die Steuer außer Acht. Bei jährlicher Auszahlung sieht die Übersicht so aus:

Beispielrechnung, jährliche Auszahlung (Steuer nicht berücksichtigt)
JahrKapital (Basis)ZinsgutschriftAusgezahlt
110.000,00 €400,00 €400,00 €
210.000,00 €400,00 €400,00 €
310.000,00 €400,00 €400,00 €
Summe10.000,00 €1.200,00 €1.200,00 €

Bei automatischer Wiederanlage bleibt das Kapital hingegen nicht konstant, sondern wächst Jahr für Jahr um die zuvor gutgeschriebenen Zinsen:

Beispielrechnung, Wiederanlage der Zinsen (Steuer nicht berücksichtigt)
JahrKapital (Basis)ZinsgutschriftStand am Jahresende
110.000,00 €400,00 €10.400,00 €
210.400,00 €416,00 €10.816,00 €
310.816,00 €432,64 €11.248,64 €
Summe Zinsen1.248,64 €

Der Unterschied von rund 48,64 € über drei Jahre bei diesem Beispielbetrag mag gering wirken, wächst aber mit höherem Kapital, höherem Zinssatz und vor allem mit längerer Laufzeit deutlich schneller, da sich der Zinseszinseffekt über mehr Jahre hinweg wiederholt.

Praxistipp: Wer die jährlich ausgezahlten Zinsen selbst wieder anlegt, etwa auf einem Tagesgeldkonto, kann einen Teil des entgangenen Zinseszinseffekts außerhalb des ursprünglichen Festgeldkontos zurückgewinnen — abhängig vom dort erzielten Zinssatz.

Welche Option passt zu deiner Situation?

Kurz beantwortetWiederanlage maximiert in der Regel den Endbetrag am Laufzeitende, jährliche Auszahlung liefert dafür einen planbaren, regelmäßigen Betrag zur freien Verfügung.

Wer das Festgeld als reines Wachstumsinstrument nutzt und die Zinsen während der Laufzeit nicht benötigt, profitiert meist von der automatischen Wiederanlage, da sie den höheren rechnerischen Endbetrag liefert. Wer hingegen einen Teil des laufenden Einkommens durch die Zinserträge ergänzen möchte, etwa im Ruhestand, oder das Geld nutzen will, um zwischenzeitlich in ein neues, attraktiveres Zinsangebot umzuschichten, profitiert eher von der jährlichen Auszahlung.

Wenn du beide Varianten für deine eigenen Zahlen grob vergleichen möchtest, kannst du im Modus „Festgeldrechner” zunächst den Effektivzins für die Gesamtlaufzeit ermitteln und die obige Tabellenlogik anschließend selbst pro Jahr fortschreiben, oder für den einfacheren Fall der Wiederanlage direkt den Modus „Sparwachstum” nutzen, der die Zinseszinsentwicklung über mehrere Jahre abbildet.

Berechne deinen Effektivzins, Zinsertrag und dein Zinseszins-Wachstum kostenlos.

Festgeldrechner öffnen →

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet „Zinsen werden jährlich ausgezahlt” bei Festgeld?
Es bedeutet, dass die Bank die verdienten Zinsen am Ende jedes Jahres auf ein separates Konto überweist, statt sie automatisch dem Festgeld-Kapital zuzuschlagen. Dein ursprünglich angelegtes Kapital bleibt dadurch über die gesamte Laufzeit konstant, und du erhältst regelmäßig einen festen Betrag ausgezahlt statt eines einmaligen größeren Betrags am Ende.
Wächst mein Geld langsamer, wenn Zinsen jährlich ausgezahlt statt wiederangelegt werden?
Ja, bezogen auf das Festgeldkonto selbst. Wenn die Zinsen ausgezahlt statt wiederangelegt werden, verdienst du in den Folgejahren keine Zinsen auf bereits erhaltene Zinsen, wodurch der Zinseszinseffekt innerhalb dieses Kontos entfällt. Legst du die ausgezahlten Zinsen jedoch selbst wieder an, etwa auf einem Tagesgeldkonto, kannst du einen Teil des Zinseszinseffekts außerhalb des ursprünglichen Kontos zurückgewinnen.
Wie erstelle ich eine Jahr-für-Jahr-Übersicht meiner Festgeldzinsen von Hand?
Berechne für jedes Jahr die Zinsen auf das zu Jahresbeginn vorhandene Kapital, ziehe gegebenenfalls die Abgeltungsteuer ab und trage Zinsgutschrift, abgeführte Steuer und den neuen Gesamtstand in einer Tabelle ein. Bei Wiederanlage erhöht sich das Kapital für das Folgejahr um die Nettozinsen, bei Auszahlung bleibt es gleich. Wiederhole das für jedes Jahr der Laufzeit.
Ist die jährliche Zinsauszahlung steuerlich anders zu behandeln als die Wiederanlage?
Nein, grundsätzlich nicht. Die Abgeltungsteuer fällt in beiden Fällen auf die im jeweiligen Steuerjahr tatsächlich zugeflossenen Zinsen an, unabhängig davon, ob sie ausgezahlt oder direkt wiederangelegt werden. Der Unterschied liegt darin, ob du das Geld sofort zur Verfügung hast oder ob es im Konto verbleibt und dort weiter mitverzinst wird.
Für wen eignet sich die jährliche Zinsauszahlung besser als die automatische Wiederanlage?
Die jährliche Auszahlung eignet sich für alle, die einen regelmäßigen Zusatzbetrag zur Bestreitung laufender Kosten benötigen oder das Geld anderweitig investieren möchten, etwa in ein neues Angebot mit besserem Zins. Die automatische Wiederanlage eignet sich besser, wenn das Ziel ein möglichst hoher Endbetrag am Laufzeitende ist und kein Bedarf an zwischenzeitlichen Auszahlungen besteht.

Verwandte Ratgeber

Methodik & Hinweis: Alle Zahlen in diesem Artikel sind Beispielrechnungen zur Veranschaulichung des Unterschieds zwischen Zinsauszahlung und Zinswiederanlage und stellen keine Finanz- oder Steuerberatung dar. Für deine eigene Situation nutze den Rechner mit deinen konkreten Werten und ziehe bei Bedarf eine unabhängige Beratung hinzu.