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Fakultät berechnen: Warum 20! kein Taschenrechner mehr schafft

Ein Schüler tippt „20!“ in seinen Taschenrechner und bekommt eine krumme Zahl mit „E+18“ am Ende. Ist das falsch? Nein — aber es ist auch nicht das vollständige Ergebnis. Dieser Ratgeber erklärt, warum das passiert, wie ein Fakultätsrechner mit BigInt das Problem löst, und was Doppelfakultät und Subfakultät eigentlich bedeuten.

Inhaltsübersicht

Was ist eine Fakultät genau?

KurzantwortDie Fakultät n! ist das Produkt aller positiven ganzen Zahlen von 1 bis n. 5! bedeutet also 5×4×3×2×1 = 120. Per Definition gilt außerdem 0! = 1 — das sogenannte leere Produkt.

Fakultäten tauchen praktisch überall dort auf, wo es um Anordnungen geht: Wie viele Reihenfolgen gibt es für 5 Bücher im Regal? Genau 5! = 120. Diese Grundidee — „wie viele Möglichkeiten, Dinge anzuordnen” — ist der Grund, warum die Fakultät die Basis für Permutationen und Kombinationen bildet.

Die rekursive Regel lautet n! = n × (n−1)!, mit 0! = 1 als Ausgangspunkt. Diese Definition ist kein Zufall: Sie hält die rekursive Formel auch bei n = 1 konsistent (1! = 1 × 0! = 1). Für sehr große n lässt sich außerdem mit der Stirling-Näherung abschätzen, wie groß n! ungefähr ist: n! ≈ √(2πn) × (n/e)^n.

Warum reicht ein normaler Taschenrechner nicht mehr aus?

KurzantwortDie Fakultät wächst extrem schnell (man spricht von superexponentiellem Wachstum). Der gewöhnliche Zahlentyp, den die meisten Programme und Taschenrechner intern verwenden, kann ganze Zahlen nur bis etwa 2^53 (rund 9 Billiarden) exakt darstellen — eine Grenze, die schon bei 18!–19! überschritten wird.

Ab diesem Punkt liefert ein gewöhnlicher Rechner keine exakte ganze Zahl mehr, sondern eine gerundete Näherung in wissenschaftlicher Schreibweise. Ab 171! kommt es sogar zu einem kompletten Überlauf (die Zahl wird als „Infinity” dargestellt), weil selbst die Näherung die maximale Größenordnung sprengt.

Ein Fakultätsrechner, der auf dem Datentyp BigInt aufbaut, umgeht dieses Problem, indem jede einzelne Multiplikation mit voller Ganzzahlgenauigkeit ausgeführt wird — es geht keine Ziffer verloren, egal wie lang die Zahl wird. Zur Einordnung, wie schnell die Ziffernanzahl wächst, hilft ein Blick auf ein paar Beispielwerte (unten gerundet auf die erste Nachkommastelle der wissenschaftlichen Schreibweise):

Beispielhafte Ziffernanzahl bei wachsendem n (zur Veranschaulichung)
nn! (wissenschaftlich, gerundet)Ziffern
103,6×10^67
202,4×10^1819
503,0×10^6465
1009,3×10^157158
10004,0×10^25672568

Man sieht deutlich: Zwischen 10! und 1000! liegt kein linearer, sondern ein explosionsartiger Anstieg. Genau deshalb lohnt sich BigInt schon ab relativ kleinen n-Werten, sobald man das exakte Ergebnis statt einer Näherung braucht — etwa um zu prüfen, mit welcher Ziffer eine Fakultät endet oder wie viele Nullen sie hat.

Doppelfakultät und Subfakultät im Vergleich

KurzantwortDie Doppelfakultät (n!!) verringert sich bei jedem Schritt um 2 statt um 1. Die Subfakultät (!n, auch Fehlordnungszahl) zählt dagegen etwas komplett anderes: Anordnungen, bei denen kein Element an seinem ursprünglichen Platz bleibt.

Doppelfakultät (n!!): Ist n gerade, gilt n!! = n×(n−2)×...×4×2; ist n ungerade, gilt n!! = n×(n−2)×...×3×1. Beispiel: 7!! = 7×5×3×1 = 105.
Subfakultät (!n, Fehlordnung): Zählt die Permutationen einer n-elementigen Menge, bei denen kein Element an seiner ursprünglichen Position steht. Beispiel: !4 = 9. Klassisches Bild: n nummerierte Briefe werden in n nummerierte Umschläge gesteckt, so dass kein Brief im „richtigen” Umschlag landet.

Ein praktisches Beispiel für die Subfakultät: Bei einem Wichtel-/Geschenketausch mit 6 Personen, bei dem niemand sein eigenes vorheriges Los ziehen darf, gibt es genau !6 = 265 gültige Verteilungen — von insgesamt 6! = 720 möglichen Reihenfolgen. Das zeigt, wie eng verwandt, aber inhaltlich verschieden Fakultät und Subfakultät sind.

Auch nicht-ganzzahlige Werte lassen sich sinnvoll berechnen: Über die Gamma-Funktion (x! = Γ(x+1)) ist die Fakultät auf reelle Zahlen erweiterbar, zum Beispiel 0,5! ≈ 0,8862. Diese Erweiterung wird u. a. in der Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung verwendet.

Wofür braucht man Fakultät im Alltag und Studium?

KurzantwortFakultät ist die Grundlage für Permutationen (geordnete Auswahl, nPr) und Kombinationen (ungeordnete Auswahl, nCr) — beides zentrale Werkzeuge der Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Ein Beispiel: Bei einem Kartenspiel mit 10 Karten, aus denen man 3 in einer bestimmten Reihenfolge zieht, gibt es nPr = 10!/(10−3)! = 720 mögliche geordnete Ziehungen. Fragt man dagegen nur danach, welche 3 Karten gezogen wurden (ohne Reihenfolge), reduziert sich das auf nCr = 10!/(3!·7!) = 120 Kombinationen. Beide Formeln bauen direkt auf der Fakultät auf — ein Grund, warum ein Fakultätsrechner oft gleich Permutation und Kombination als Zusatzfunktion mitbringt.

Auch die Anzahl der nachfolgenden Nullen einer Fakultät ist eine beliebte Fragestellung (z. B. in Mathematik-Wettbewerben): Sie ergibt sich aus der Häufigkeit des Faktors 5 im Produkt (Legendre-Formel), nicht aus bloßem Ausprobieren. 100! endet zum Beispiel auf genau 24 Nullen.

Fakultät, Doppelfakultät oder Permutation berechnen?

Der ToolPico Fakultätsrechner liefert exakte BigInt-Ergebnisse bis 1000!, inklusive Schritt-für-Schritt-Erweiterung, Ziffernanzahl und Gamma-Funktion.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Fakultät?
Eine Fakultät, gekennzeichnet durch ein Ausrufezeichen (!) nach einer positiven ganzen Zahl n, ist das Produkt aller positiven ganzen Zahlen von 1 bis n. Zum Beispiel ist 5! = 5×4×3×2×1 = 120. Fakultäten bilden die Grundlage für Permutations-, Kombinations- und Wahrscheinlichkeitsberechnungen.
Warum zeigt mein Taschenrechner ab 20! nur noch eine Rundung an?
Die meisten Taschenrechner und auch der gewöhnliche JavaScript-Datentyp Number können ganze Zahlen nur bis etwa 2^53 (rund 9 Billiarden) exakt darstellen. Diese Grenze wird bereits bei etwa 18!–19! überschritten, danach wird intern nur noch eine Gleitkomma-Näherung gespeichert. Ab 171! läuft ein gewöhnliches Number-Feld sogar komplett zu Infinity über. Ein Fakultätsrechner mit BigInt-Arithmetik umgeht dieses Problem, indem jede Multiplikation mit voller Ganzzahlgenauigkeit ausgeführt wird.
Wie viele Ziffern hat 100 Fakultät?
100! hat genau 158 Ziffern und ist ungefähr gleich 9,332621544×10^157. Mit einem BigInt-basierten Fakultätsrechner lässt sich das exakte 158-stellige Ergebnis in Millisekunden anzeigen, statt nur eine gerundete wissenschaftliche Schreibweise zu erhalten.
Was ist der Unterschied zwischen Doppelfakultät und Subfakultät?
Die Doppelfakultät n!! verringert sich bei jedem Schritt um 2 statt um 1 (z. B. 7!!=7×5×3×1=105). Die Subfakultät !n (auch Fehlordnungszahl genannt) zählt dagegen etwas völlig anderes: die Anzahl der Permutationen einer n-elementigen Menge, bei denen kein Element an seiner ursprünglichen Position bleibt (z. B. !4=9). Beide haben nur den Namen mit der gewöhnlichen Fakultät gemeinsam, nicht die Berechnungsweise.
Kann man auch die Fakultät einer Dezimalzahl wie 0,5! berechnen?
Ja, über die Gamma-Funktion, die die Fakultät auf reelle Zahlen verallgemeinert: x! = Γ(x+1). Zum Beispiel ist 0,5! = √π⁄2 ≈ 0,8862. Ein Rechner mit Gamma-Modus berechnet solche Werte über die Lanczos-Näherung auf etwa 10 signifikante Stellen genau.
Methodischer Hinweis: Die Beispielwerte in der Tabelle oben sind zur Veranschaulichung gerundet; die Ziffernanzahl-Angaben für 100! und 1000! sind mathematisch exakt (BigInt-basiert berechnet). Dieser Artikel dient allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine Fachliteratur zur Kombinatorik.