Wie die Blutgruppe vererbt wird
KurzantwortJedes Kind erbt von jedem Elternteil ein ABO-Gen und ein Rhesus-Gen. A und B sind dominant, O ist rezessiv; werden A und B gemeinsam vererbt, entsteht die Blutgruppe AB.
Die Blutgruppe eines Menschen setzt sich aus zwei unabhängigen Systemen zusammen: dem ABO-System (A, B, AB oder O) und dem Rhesusfaktor (positiv oder negativ). Beide folgen der klassischen Mendelschen Vererbung — jeder Mensch trägt zwei Allele je Gen, von denen jeweils eines zufällig an das Kind weitergegeben wird.
Genotyp vs. Phänotyp: Eine Person mit sichtbarer Blutgruppe A kann genetisch AA oder AO sein — beide sehen als „A” aus, verhalten sich bei der Vererbung aber unterschiedlich, da das O-Gen versteckt weitergegeben werden kann.
Ein Punnett-Quadrat macht sichtbar, welche Kombinationen aus den Allelen beider Elternteile entstehen können. Genau dieses Prinzip nutzt der Blutgruppenrechner, um aus den ABO- und Rh-Angaben von Mutter und Vater die möglichen Blutgruppen des Kindes samt Wahrscheinlichkeiten in Prozent zu ermitteln.
Beispielrechnung: A trifft B
KurzantwortIst die Mutter Blutgruppe A und der Vater Blutgruppe B, kann das Kind A, B, AB oder O sein — welche davon tatsächlich möglich sind, hängt vom jeweiligen Genotyp (AA/AO bzw. BB/BO) ab.
Nehmen wir als Beispiel (rein illustrativ, keine echte Statistik) an: Die Mutter ist Genotyp AO, der Vater Genotyp BO. Jeder gibt zufällig eines seiner beiden Allele weiter. Das Punnett-Quadrat aus den vier möglichen Kombinationen sieht so aus:
Beispielhafte Genotyp-Kombinationen bei Mutter AO × Vater BO
| Von Mutter | Von Vater | Genotyp Kind | Sichtbare Gruppe |
| A | B | AB | AB |
| A | O | AO | A |
| O | B | OB | B |
| O | O | OO | O |
In diesem Beispiel sind alle vier Blutgruppen jeweils zu rund 25% möglich. Wäre die Mutter dagegen Genotyp AA (statt AO), könnte das Kind niemals Blutgruppe O oder reines B werden, weil die Mutter kein O-Gen weitergeben kann. Genau diesen Unterschied berücksichtigt der Rechner, wenn im erweiterten Modus die genauen Genotypen statt nur der sichtbaren Blutgruppe eingegeben werden.
Gut zu wissen: Zwei Elternteile mit Blutgruppe A können durchaus ein Kind mit Blutgruppe O bekommen, wenn beide Genotyp AO sind. Eine „abweichende” Blutgruppe beim Kind ist genetisch völlig normal.
Der Rhesusfaktor und seine Bedeutung
KurzantwortRh-positiv ist dominant, Rh-negativ ist rezessiv. Zwei Rh-negative Eltern bekommen daher immer ein Rh-negatives Kind; ist ein Elternteil Rh-positiv, ist auch ein Rh-positives Kind möglich.
Neben dem ABO-System wird auch der Rhesusfaktor unabhängig vererbt. Sind beide Elternteile Rh-negativ, kann das Kind ausschließlich Rh-negativ sein — dies ist einer der wenigen Fälle, in denen das Ergebnis zu 100% feststeht. Ist mindestens ein Elternteil Rh-positiv, hängt das Ergebnis vom jeweiligen Genotyp ab (reinerbig positiv oder mischerbig).
Relevant wird der Rhesusfaktor vor allem bei einer Rh-negativen Mutter mit einem möglicherweise Rh-positiven Kind: Das mütterliche Immunsystem kann dann Antikörper gegen das kindliche Blut bilden, was vor allem bei einer weiteren Schwangerschaft relevant werden kann. Der Blutgruppenrechner bietet dafür eine separate Verträglichkeitsprüfung, die auf diese Konstellation hinweist — ersetzt aber keine ärztliche Beratung während der Schwangerschaft.
Praxis-Szenario: Wenn die Blutgruppe des Kindes überrascht
KurzantwortEine unerwartete Blutgruppe beim Kind ist meist einfach durch versteckte O- oder rezessive Allele der Eltern erklärbar — sie beweist für sich genommen nichts über eine Vaterschaft.
Ein häufiges Szenario: Beide Eltern haben Blutgruppe A, das Kind aber Blutgruppe O. Auf den ersten Blick wirkt das verwirrend, ist genetisch aber leicht erklärt, wenn beide Eltern den versteckten Genotyp AO tragen und beide zufällig ihr O-Allel weitergeben. Mit dem Modus „Fehlenden Elternteil finden” im Rechner lässt sich umgekehrt auch prüfen, welche Blutgruppen für den zweiten Elternteil überhaupt zur beobachteten Blutgruppe des Kindes passen — nützlich etwa, um die Ergebnisse eines Bluttests besser einzuordnen.
Wichtig: Eine passende oder unpassende Blutgruppe kann eine Vaterschaft nicht beweisen, sondern höchstens eine Möglichkeit ausschließen. Für ein rechtssicheres Ergebnis ist ausschließlich ein DNA-Test geeignet.
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Häufig gestellte Fragen
Welche Blutgruppe kann ein Kind anhand der Blutgruppen der Eltern haben?
Im ABO-System erbt ein Kind von jedem Elternteil ein Gen (Allel). Die Gene A und B sind dominant, das Gen O ist rezessiv; werden A und B gemeinsam vererbt, entsteht die Blutgruppe AB (kodominant). Ist die Mutter zum Beispiel Blutgruppe A und der Vater Blutgruppe B, kann das Kind A, B, AB oder O sein. Sind beide Elternteile Blutgruppe O, wird das Kind ausschließlich Blutgruppe O haben.
Welche Blutgruppe hat ein Kind, wenn beide Eltern O Rhesus-negativ sind?
Sind beide Elternteile O Rhesus-negativ (Genotyp OO, dd), wird das Kind immer O Rhesus-negativ sein. Da Blutgruppe O rezessiv ist, können zwei O-Elternteile nur das O-Gen weitergeben; da auch Rh-negativ rezessiv ist, ist das Kind zweier Rh-negativer Eltern immer Rh-negativ.
Können zwei Eltern mit Blutgruppe O ein Kind mit Blutgruppe A bekommen?
Nein. Der Genotyp von Blutgruppe O ist OO und trägt nur das O-Gen. Da zwei Eltern mit Blutgruppe O nur das O-Gen weitergeben können, wird ihr Kind immer Blutgruppe O haben. Für ein Kind mit Blutgruppe A muss mindestens ein Elternteil das A-Gen tragen.
Was ist eine Rhesus-Unverträglichkeit?
Eine Rhesus-Unverträglichkeit kann auftreten, wenn eine Rh-negative Mutter ein Rh-positives Baby erwartet. Das Immunsystem der Mutter kann Antikörper gegen das Rh-positive Blut des Babys bilden, was bei späteren Schwangerschaften ein Risiko darstellen kann. Heute wird dies weitgehend durch eine Anti-D-Spritze verhindert. Sprich während der Schwangerschaft immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Ersetzt ein Blutgruppenrechner einen Vaterschaftstest?
Nein. Die Blutgruppe kann eine Möglichkeit nur ausschließen oder stützen, aber keine Vaterschaft beweisen. Auch wenn die Blutgruppe eines Kindes zu den Eltern zu passen scheint, kommt dieselbe Blutgruppe in der Bevölkerung häufig vor. Ein eindeutiges Ergebnis erfordert einen DNA-Test; dieses Tool ist kein medizinisches oder rechtliches Diagnosewerkzeug.
Methodik-Hinweis: Dieser Artikel und der verlinkte Rechner basieren auf der klassischen Mendelschen Vererbung des ABO- und Rhesussystems (Punnett-Quadrat). Seltene Ausnahmen wie der Bombay-Phänotyp oder cis-AB werden bewusst nicht berücksichtigt. Alle Zahlenbeispiele in diesem Artikel sind rein illustrativ. Dieser Inhalt dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung.